Nachdem wir Euch vor einiger Zeit schon ein äußerst spannendes Projekt  der katalanischen Innenarchitektin Susanna Cots vorgestellt haben (Die Holzader), wollen wir Euch eine weitere Arbeit von ihr präsentieren, welches die einzigartige Handschrift von Susanna Cots zeigt, aber dieses Mal mit völlig anderem Ergebnis.

Holz – das ist auch bei dieser Wohnung, die direkt am Meer in Llavaneres nahe Barcelona liegt, das auffälligste Element. Bei diesem Projekt hat sich Susanna Cots allerdings dafür entschieden verschiedene Hölzer zu mischen und so ganz eigene Verbindungen zwischen den Räumlichkeiten, wie auch zwischen Innen- und Außenraum zu etablieren. So sind Wohn-, Esszimmer und Küche, die sich auf zwei Ebenen befinden durch helles Dielenholz miteinander verknüpft, während wir dunkle Holzlatten im Schlaf-, Badezimmer und auf der Veranda finden. Darüber hinaus setzt Susanna Cots mit dem Couch- und Esstisch aus kaum bearbeiteten Massivholz einen rustikalen Akzent, den sie aber durch die ansonsten minimalistisch gehaltene Möblierung sofort in einen modernen Kontext einbettet.

Auffallend im Wohn- und Essbereich ist die Raumaufteilung. Der Esstisch erhebt sich auf einem Plateau über das Ecksofa und trennt so diese beiden Sphären ohne sie voneinander abzuschneiden. Gut vorstellbar ist eine Abendgesellschaft, bei der noch ein paar Gäste bei Wein und Dessert sitzen, während andere es sich schon auf dem Sofa gemütlich gemacht haben. Ein Gespräch zwischen beiden Gruppen wäre dennoch gut möglich. Während es naheliegend gewesen wäre, neben dem Essbereich nun eine offene Küche zu etablieren, hat sich Susanne Cots gerade für das Gegenteil entschieden. Sie hat extra einen farblich abgesetzten Koch-Kubus eingebaut, der ganz klar die Arbeit vom Vergnügen trennt. Dieser Kubus ist groß genug, dass hier auch die alltäglichen Mahlzeiten eingenommen werden können und der Esstisch für festlichere Gelegenheiten vorbehalten ist. Damit die Küche aber nicht komplett von seiner Umgebung abgeschirmt ist, existiert eine großzügige Scheibe mit Blick auf Wohn- und Essbereich.

Ein völlig eigenes und interessantes Kapitel ist, wie geschickt Susanna Cots den ihr zur Verfügung stehenden Raum ausnutzt. Ein besonderes Highlight sind dabei die Ausziehregale, die sich zwischen Bad und Schlafzimmer befinden und im Bad sperrigen Wandschränken Vorschub leisten. Die Regale, die vom Boden bis zur Decke reichen, bieten außerdem genug Platz, so dass keinerlei Pflegeprodukte unnötig die Ablageflächen im Bad versperren – üblicherweise eine der Stellen, wo gerne mal schnell Chaos ausbricht. Ein Paradebeispiel für gekonnte Raumausnutzung ist auch das Kinderzimmer. Eine Empore simuliert das von Kindern so geschätzte Stockbett. Die Empore ist jedoch nicht reiner Selbstzweck. In dem Holzverkleideten Quader befinden sich Schubladen und – ganz toll – auch ein ausziehbarer Schreibtisch, wo fantasievollen Malarbeiten keine Grenzen gesetzt sind. Hier kann ein Kind sein ganz eigenes Reich genießen, muss sich aber auch nicht vom Rest der Wohnung ausgeschlossen fühlen, was wiederum der Sessel verdeutlicht, der auch auf der Veranda wieder zu finden ist. Eine kluge Wahl, die Kindertauglichkeit und Wetterfestigkeit von Möbeln effizient zusammendenkt.